Softwarequalität, Wartungskosten und ISO 25010 – Was hat das miteinander zu tun?

Unsere Zwischenanalyse zur Umfrage September 2021

Mit unserer Umfrage im Sommer 2021 haben wir erstmals öffentlich Kunden zu ihrer Softwarequalität befragt. Die Ergebnisse der Umfrage liegen nun vor und geben einen ersten Einblick zur Qualität der Software, den Wartungsaufwänden und der Messung von Softwarequalität. Dabei handelt es sich nicht nur um Theorie, sondern reale Einschätzungen von Nutzern.

Ziel der Umfrage war die Einschätzung der Wahrnehmung zwischen Softwarequalität, Wartungskosten und der ISO 25010 bei den Umfrageteilnehmern, um Hintergründe und Ursachen für die Entwicklung der Wartungskosten für eingesetzte Software – speziell im SAP-Umfeld – beleuchten zu können. An dieser Stelle möchten wir unseren Dank bei allen Teilnehmern unserer Umfrage aussprechen und unsere Ergebnisse vorstellen.

In den an der Umfrage teilgenommenen Unternehmen wird durchweg SAP-Software eingesetzt. Für repräsentative Ergebnisse empfinden wir die vorhandene Teilnahmequote zwar nicht als ausreichend, können jedoch einige Tendenzen ableiten, welche wir nachfolgend aufzeigen.

Wenn sich ein Unternehmen mit der Thematik Softwarequalität auseinandersetzt, sollten in der Regel folgende Aspekte, die in der ISO Norm 25010 enthalten sind, betrachtet werden:

• Funktionalität
• Performance
• Sicherheit
• Kompatibilität
• Robustheit
• Usability
• Wartbarkeit
• Kompatibilität

Obwohl einige der oben genannten Aspekte weitgehend bekannt sind, war der Mehrheit der Umfrageteilnehmer nicht bewusst, dass diese in der ISO Norm 25010 zu finden sind und dort nachgeschlagen werden können.

Es hat sich auch gezeigt, dass nur ca. einem Drittel der Teilnehmer die DSAG Best Practice Guidelines bekannt sind. Diese Guidelines sind ein wichtiges Nachschlagewerk bei der Erstellung von Prüfvarianten oder Regeln für die eingesetzten Programme wie z. B. das ABAP Test Cockpit. Hier ergibt sich die Frage, nach welchen Kriterien diese Regelwerke erstellt werden, wenn die dazu verwendeten Nachschlagewerke noch ca. zwei Dritteln unbekannt sind. Ohne Kenntnisse solcher Guidelines kann das nur bedeuten, dass wenig Aufwand in die individuelle Ausprägung der Prüfregeln fließt. Hier scheint häufig noch die Meinung zu bestehen, dass gute Softwarequalität lediglich durch den Einsatz geeigneter Tools erreicht werden kann. Die Prüfprogramme können jedoch ohne individuelle Anpassungen nur in den seltensten Fällen kundenspezifische Anforderungen und Bedürfnisse vollständig abbilden.

Der Pluspunkt von SAP-Software ist ein hoher Standardisierungsgrad mit vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten. Zudem können Softwareerweiterungen für noch nicht berücksichtigte Funktionalitäten mittels verschiedener Werkzeuge und technologischer Alternativen durchgeführt werden. Diese wurden im Verlauf der SAP Erfolgsstory immer ausgefeilter und bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile in der Umsetzung. Die Abdeckung der Funktionalität wurde daher nicht überraschend mit hoher Zufriedenheit (3 – 5 von 5 Sternen) bei allen Teilnehmern bewertet, welche durchweg SAP-Software in ihrem Unternehmen einsetzen.

Ebenso überwog die Zufriedenheit mit den von SAP bereitgestellten Funktionen mit Bewertungen von 3 – 4 von 5 Sternen. Dennoch deckt die SAP Standardsoftware nicht alle Kundenwünsche ab. Daher sind Erweiterungen (früher Modifikationen) notwendig, um zusätzliche kundenspezifische Anforderungen abzubilden. Wie sich anhand der Umfrage gezeigt hat, greift die deutliche Mehrheit der Teilnehmer (72%) hierfür auf internes Applikationsmanagement zurück.

In den übrigen Fällen verteilt es sich gleichermaßen auf externe Partner im Inland sowie Nearshore. Offshore kam für das Applikationsmanagement bei den Teilnehmern nicht vor. Über drei Viertel sind mit dem Service zufrieden (4 oder 5 Sterne). Bezüglich der Umsetzungsgeschwindigkeit und -qualität gab es durchweg positives Feedback. Ein Drittel bewertete mit 3 Sternen, zwei Drittel mit 4 oder 5 Sternen.

Außerdem gaben über zwei Drittel der Teilnehmer an, dass ihre Wartungskosten gestiegen oder sogar stark gestiegen sind. Und dies obwohl für die Überprüfung der Softwarequalität das ABAP Test Cockpit oder der Code Profiler verwendet wurden. Dennoch konnte ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz dieser Software Tools und einer Reduzierung oder mindestens einer Stagnation der Wartungskosten nicht festgestellt werden. Warum der Einsatz dieser Programme nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, kann nur im Einzelfall betrachtet werden.

Unsere Annahme, dass sich die Wartungskosten nur bei langfristiger Ausrichtung auf Qualität besser in den Griff bekommen lassen, konnte als Tendenz bestätigt werden. Dabei ist festzustellen, dass einzelne punktuelle Maßnahmen auf Dauer wenig Erfolg bringen. Um eine detaillierte Analyse dieser Einschätzung vornehmen zu können, ist eine noch spezifischere Umfrage notwendig.

Bei der jetzigen Umfrage zeigt sich deutlich, dass das Verständnis für den Zusammenhang zwischen Softwarequalität und Wartungsaufwänden bei der großen Mehrheit der Teilnehmenden noch nicht vorhanden ist. Dies ist insofern interessant, weil die Wartungskosten nur bei einem Drittel gleichgeblieben sind und bei zwei Dritteln gestiegen oder sogar stark gestiegen sind. Das Bewusstsein für Softwaresicherheit ist im Vergleich dazu bereits wesentlich stärker ausgeprägt. Das Thema Softwarequalität bedarf daher einer höheren Aufmerksamkeit, um Wartungskosten und Aufwände längerfristig deutlich zu reduzieren.

Zu dieser Thematik plant QUANTO Solutions im Frühjahr 2022 eine weitere Umfrage.

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