SAP Systemanalyse

Tagebuch einer SAP Systemanalyse

In diesem Artikel von QUANTO Solutions beleuchten wir den Mehrwert einer SAP Systemanalyse. Vielleicht kennen Sie das auch: Die Software tut nicht was sie soll. Daten werden fehlerhaft oder überhaupt nicht verarbeitet. Nun werfen Sie den Debugger an und jagen dem Fehler nach. Nach intensiver Suche ist die Ursache identifiziert … der Codingfehler ist gefunden. Gut möglich, dass dieser Fehler schon mal aufgetreten ist. Wahrscheinlich wurde der Fehler dann schon bei SAP gemeldet und auch korrigiert. Dann müsste es auch schon eine verfügbare Korrektur geben. Daher also geht es nun auf die Suche nach der Korrektur und dem dazugehörigen Hinweis. Eine Hinweissuche nach den verfügbaren Korrekturen auf der SAP Webseite bringt zunächst eine große Trefferliste. Nach einer gründlichen Durchforstung der Suchtreffer ist ein Hinweis gefunden, der das Problem eigentlich lösen sollte. Die große Frage ist: ist es der eine richtige Hinweis, der ausreicht? Oder werden mehrere Hinweise benötigt und dieser ist nur einer davon? Oder ist es doch nicht die Lösung?

Nach dem Herunterladen des Hinweises wird der Hinweis nun ins System eingespielt. Sie kennen die Fallstricke bei manuellen Tätigkeiten und umschiffen diese Probleme gekonnt. Schlussendlich folgt nun der Test im System. Das Ergebnis: leider ist der Fehler nicht verschwunden. Und wieder beginnt die Suche nach der Ursache. Nach weiterem Zeitaufwand (woran kann es denn jetzt noch liegen?) stellen Sie fest: das ursprüngliche Problem besteht immer noch. Nachdem der Hinweis eingespielt wurde, sollte doch die Codingstelle nun anders aussehen?! Allerdings ist das nicht der Fall. Was läuft denn hier schief? Ist eine SAP Systemanalyse hier hilfreich?

Die Praxissituation

Auf unserem SAP-System wollten wir die Konfiguration des SAP Solution Managers überprüfen. Hierzu gibt es im Solution Manager sowohl im Setup (Transaktion SOLMAN_SETUP) sowie im Launchpad (Transaktion SM_WORKCENTER) Werkzeuge, die prüfen, dass alles korrekt eingebaut ist. Wir rufen also die Solution Manager Setup Oberfläche auf.

Solution Manager Setup für SAP Systemanalyse
Screenshot 1: Solution Manager Setup für Szenario „Systemvorbereitung“

Nun gehen wir die Schritte durch und sind nun in Schritt 4 angelangt.

Korrekturen für SNOTE - SAP Systemanalyse
Screenshot 2: Schritt 4 – Korrekturen für SNOTE
SAP Hinweis - Systemanalyse
Screenshot 3: verbreiterte Spalten mit vollständigen Texten

Beim gelben Status (Warnung) für die „Korrekturen für SNOTE“ schauen wir ins Detail (Protokoll im unteren Bereich von Screenshot 2) und sehen einen grünen Status (OK) für den Hinweis 1668882 (der Hinweis ist also gemäß Text aktuell – siehe auch Screenshot 3 für die vollständigen Texte bei verbreiterten Spalten) und einen Informationshinweis bzgl. „Refresh“ … Wir drücken den Refresh-Button – aber auch nach dem Auffrischen wird nichts anderes angezeigt.

Und im Normalfall würden wir nun nichts weiter hierbei vermuten und hätten eine SAP Systemanalyse noch nicht im Blick. Wir prüfen jedoch noch eine Checkliste (in Form eines Reports mit Namen RSMUD_SEARCH_INFR_CHECK), die für die Enterprise Search entwickelt wurde. Diese liefert folgenden Statuscheck:

RSMUD_SEARCH_INFR_CHECK
Screenshot 4: Ergebnis der Ausführung vom Report RSMUD_SEARCH_INFR_CHECK

Wir sehen: Es ist fast alles grün (also OK), außer ganz oben eine rote Fehlermeldung … und diese bezieht sich genau auf unserem Hinweis 1668882. Diese Fehlermeldung besagt das genaue Gegenteil im Vergleich zum Setup. Eines ist nun klar: beides kann nicht stimmen. Aber was ist korrekt? Wie finden wir das heraus? Nun, den Report RSMUD_SEARCH_INFR_CHECK kennt vermutlich nicht jeder und es gibt noch die direkte Möglichkeit wie wir prüfen können, ob der Hinweis nun in der aktuellen Version eingebaut ist oder nicht. Wer schon einmal mit SAP-Hinweisen gearbeitet hat, weiß dass dieses Thema nicht gerade trivial ist. Schon sehr oft wurden Hinweise als eingebaut markiert, ohne dass wirklich alle notwendigen Aktivitäten ausgeführt wurden. Auch die exakte Reihenfolge von Hinweisen oder Abhängigkeiten zu anderen Hinweisen stellen häufig eine nicht zu unterschätzende Komplexität dar, für die es eine gewisse Erfahrung benötigt. Wir starten nun also eine SAP Systemanalyse.

Aus diesem Grund machen wir uns in der Transaktion SNOTE selbst ein Bild von dem Zustand des SAP-Hinweises. Und siehe da, hier wird uns plötzlich angezeigt, dass eine veraltete Version für den Hinweis 1668882 eingebaut ist.

Transaktion SNOTE
Screenshot 5: Hinweis 1668882 im Note Assistant (Transaktion SNOTE)

Wir haben also nun (zunächst durch den Report und dann auch in der SNOTE) entdeckt, dass die Anzeige im Setup falsch ist und der benötigte Hinweis nicht in der aktuellen Version eingebaut ist. Wer sich übrigens die Beschreibung zum Hinweis 1668882 durchliest, wird schnell feststellen, dass der Hinweis selbst für Korrekturen an der Transaktion SNOTE verantwortlich ist. Wir aktualisieren also nun den Hinweis über die SNOTE und erfüllen damit die Anforderungen vom Setup im Solution Manager für die oben aufgezeigte Lücke … eine Lücke, die die SNOTE selbst korrigiert – was wiederum zeigt: nobody is perfect 😉

Machen Sie doch auch eine kleine SAP Systemanalyse und machen gleich den Check im eigenen System! Haben Sie das Release 720 des Solution Managers installiert? Dann prüfen Sie die Meldung in Schritt 4 wie oben beschrieben und verifizieren Sie, ob Hinweis 1668882 aktuell ist. Wenn nicht, dann rufen Sie die Transaktion SNOTE auf, gehen dort in den Hinweis-Browser, geben den Hinweis 1668882 ein und laden die aktuellste Version herunter.

Dies ist jedoch nur ein Beispiel, warum eine SAP Systemanalyse hilfreich sein kann und in diesem Fall ist nur ein einziges System involviert ist. Wer jedoch eine Systemlandschaft mit vielen Systemen und unterschiedlichen Softwarekomponenten in unterschiedlichen Releaseständen zu verwalten hat, hat eine ganze Reihe von Abhängigkeiten zu beachten. Zum Beispiel müssen Releasestände gewisse Mindestanforderungen erfüllen, damit unterschiedliche Softwarekomponenten überhaupt richtig zusammenspielen. In der Regel sind viele Hinweise zu sichten, nach Relevanz zu bewerten und entsprechend einzubauen. Komplexität, Zeitdruck und selbst Fehler in den Tools können zu Fehlern oder Folgefehlern führen. Die Auswirkungen werden oft erst viel später entdeckt und eine Ursachenuntersuchung gestaltet sich oft schwierig.

Fazit: SAP Systemanalyse

Die Verwaltung eines oder gar mehrerer Systeme kann sehr komplex und aufwändig sein. Selbst Werkzeuge, die Fehlerkorrekturen einspielen sollen, können fehlerbehaftet sein. Hier kommt eine gewisse Erfahrung und ein guter Überblick zum Zug. Eine SAP Systemanalyse durch einen Experten kann daher hilfreich sein, Lücken aufzeigen und Lösungen bereitstellen.

War der Artikel hilfreich? Konnten Sie Ihr Problem lösen? Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen haben, dann kontaktieren Sie uns unverbindlich: https://quanto-solutions.de/#kontakt

Autor: Dr. Franz-Josef Krämer

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